Telefonbetrug und Cyberkriminalität:
Erkennen, richtig reagieren, schützen.

Enkeltrick, Schockanruf, KI-Stimmenfälschung, Phishing – diese Seite erklärt, wie die gängigsten Betrugsmaschen funktionieren, woran Sie sie erkennen und was Sie im Ernstfall konkret tun.

Keine Werbung · Keine Datenweitergabe Quellen: BKA · BSI · Polizei · Verbraucherzentrale
202.000+
Fälle von Cyberkriminalität in Deutschland – 2023
Quelle: BKA Bundeslagebild Cybercrime 2023
5,5 Mrd. €
Direkter finanzieller Schaden durch Cybercrime in Deutschland – 2023
Quelle: BKA Bundeslagebild Cybercrime 2023
250.000+
Neue Schadprogramm-Varianten täglich in Deutschland
Quelle: BSI Lagebericht 2023
Inhalte basieren auf Quellen von:
Bundeskriminalamt (BKA)
BSI – Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik
Polizeiliche Kriminalprävention
Verbraucherzentrale Deutschland
Warnsignale

Diese Zeichen weisen auf Betrug hin

Wenn auch nur eines dieser Signale auftritt: auflegen. Sie müssen sich nicht erklären.

Ihre wichtigste Schutzregel

Sie dürfen jederzeit auflegen – ohne Erklärung, ohne schlechtes Gewissen. Betrüger bauen auf Ihr Höflichkeitsgefühl. Auflegen ist keine Unhöflichkeit. Es ist Selbstschutz.

Enormer Zeitdruck: „Sofort!", „Jetzt gleich!", „Kein Warten!" Druck erzeugen ist die wichtigste Taktik von Betrügern.
Sie sollen es geheim halten – vor Familie und Freunden Echte Behörden verlangen keine Geheimhaltung.
Bargeld, Gold oder Gutschein-Codes sollen übergeben werden Keine echte Behörde fordert Bargeld oder Gutscheine.
Ein Fremder soll Ihre Wertsachen „sicherstellen" oder abholen Echte Polizisten holen keine Wertgegenstände ab.
Jemand fordert Ihre Kontodaten, PIN oder Passwörter Ihre Bank fragt Sie niemals per Telefon nach der PIN.
Sie sollen ein Programm auf Ihrem Computer installieren Microsoft und andere rufen Sie niemals unaufgefordert an.
Eine rührende Geschichte weckt Ihr Mitgefühl oder Ihre Angst Emotionaler Druck ist kalkuliert – nicht zufällig.
Die Stimme klingt vertraut, aber irgendetwas fühlt sich falsch an KI kann Stimmen täuschend echt nachahmen. Fragen Sie nach dem Codewort.
Sie sollen am Geldautomaten Geld abheben Keine Behörde lässt sich Geld über den Automaten auszahlen.
Ein Link in einer E-Mail oder SMS soll angeklickt werden Gehen Sie immer direkt auf die offizielle Website – nie per Link.
Beim Videoanruf ruckelt das Bild oder das Gesicht wirkt unnatürlich Deepfake-Technologie kann heute täuschend realistisch wirken.
Ein Gewinn oder eine Erbschaft verlangt eine Vorauszahlung Wer echte Gewinne auszahlt, zieht keine Gebühren ab.
Betrugsmaschen

Die häufigsten Betrugsmaschen

Jede dieser Maschen funktioniert nach demselben Prinzip: Druck, Vertrauen oder Angst sollen eine schnelle Entscheidung erzwingen. Die folgenden Beschreibungen zeigen, wie das konkret aussieht – und was Sie in dem Moment tun können.

Klassischer Telefonbetrug
Der Enkeltrick

Jemand ruft an und behauptet, Ihr Enkel oder ein nahes Familienmitglied zu sein. Er brauche dringend Geld – für einen Unfall, eine Operation oder Kaution. Er bittet Sie, niemandem davon zu erzählen.

Typischer Satz „Oma, ich bin's! Rate mal wer… du erkennst mich doch noch, oder?"
Legen Sie auf. Rufen Sie Ihren Enkel direkt auf der bekannten Nummer an.
Angst als Werkzeug
Der Schockanruf

Eine angebliche Polizistin oder ein Staatsanwalt ruft an: Ihr Kind habe einen tödlichen Unfall verursacht. Nur sofortige Kautionszahlung verhindert Gefängnis.

Typischer Satz „Dies ist ein Notfall! Ihre Tochter hat jemanden überfahren. Wir benötigen sofort 15.000 Euro Kaution."
Echte Behörden fordern niemals Bargeld oder Überweisungen am Telefon.
Persönlicher Besuch oder Anruf
Falsche Polizeibeamte

Uniformierte erscheinen an der Tür oder rufen an: Eine Einbrecherbande sei unterwegs, Ihre Ersparnisse seien in Gefahr. Sie sollen Schmuck und Bargeld „sicherstellen" lassen. Manchmal wird im Display „110" gefälscht.

Typischer Satz „Wir müssen Ihre Wertsachen heute Nacht in polizeiliche Verwahrung nehmen – zu Ihrem Schutz."
Rufen Sie selbst 110 an – niemals eine vom Anrufer genannte Nummer.
Gefälschte Bankpost
Phishing-E-Mails

Eine E-Mail sieht täuschend echt aus: Logo der Sparkasse, DHL oder PayPal. Sie sollen auf einen Link klicken und Ihre Kontodaten bestätigen – „wegen neuer Sicherheitsregeln".

Typischer Betreff „Ihr Konto wurde gesperrt – bitte sofort bestätigen"
Klicken Sie keine Links in E-Mails an. Rufen Sie Ihre Bank-Website direkt auf.
„Mama, neues Handy"
WhatsApp-Betrug

Sie erhalten eine Nachricht von einer unbekannten Nummer: „Hallo Mama, ich habe ein neues Handy. Alte Nummer löschen." Es folgt eine dringende Bitte um Geld.

Typische Nachricht „Kannst du mir schnell 500 € überweisen? Ich erkläre alles später. Danke Mama ❤️"
Rufen Sie Ihr Kind sofort auf der alten Nummer an – bevor Sie irgendetwas tun.
„Ihr Computer ist infiziert"
Microsoft-Betrug

Ein lauter Alarm auf dem Computer: „Virus erkannt – rufen Sie sofort Microsoft an!" Oder jemand ruft an und behauptet, Ihr PC sei gehackt. Sie sollen ein Fernwartungsprogramm installieren.

Typische Meldung „WARNUNG: Ihr Computer wurde infiziert. Rufen Sie sofort 0800-… an."
Microsoft ruft Sie niemals ungefragt an. Computer ausschalten, nichts installieren.
Gefälschte Stimme per KI
KI-Stimmenklon Neu

Kriminelle nutzen kurze Sprachaufnahmen – etwa aus Social-Media-Videos – und erstellen per KI eine Kopie der Stimme, die dem Original sehr ähnlich klingen kann.

Typische Situation Sie hören die Stimme Ihres Sohnes: „Papa, ich stecke in Schwierigkeiten. Überweise sofort Geld."
Vereinbaren Sie ein geheimes Codewort mit der Familie. Fragen Sie immer danach.
Gefälschtes Gesicht per KI
Deepfake-Videoanruf Neu

Bei Videoanrufen kann das Gesicht eines Betrügers mithilfe von KI-Software in Echtzeit durch das Gesicht einer anderen Person ersetzt werden. Diese Technik ist bereits dokumentiert und wird in Betrugsfällen eingesetzt.

Typische Situation Ein Videoanruf von „Ihrer Tochter": Sie sieht aufgewühlt aus und bittet dringend um Geld.
Legen Sie auf und rufen Sie Ihr Kind sofort auf der gespeicherten Nummer zurück.
Liebesbetrug im Internet
Romance-Scam

Auf Dating-Plattformen entsteht über Wochen eine intensive Beziehung. Die Person – oft ein Arzt oder Ingenieur im Ausland – bittet dann um finanzielle Hilfe. Das persönliche Treffen findet nie statt.

Typische Situation Nach 3 Monaten täglicher Nachrichten: „Ich brauche 2.000 € für den Rückflug zu dir."
Überweisen Sie niemals Geld an jemanden, den Sie noch nie persönlich getroffen haben.
Sofort handeln

Was tun bei Verdacht auf Betrug?

Ruhig bleiben. Betrüger bauen auf Panik. Sie haben immer Zeit, innezuhalten.

  1. Sofort auflegen oder Tür schließen Sie müssen sich nicht rechtfertigen. Ein einfaches Auflegen ist völlig in Ordnung – und schützt Sie.
  2. Vertraute Person anrufen Rufen Sie sofort ein Familienmitglied oder Freund an und schildern Sie die Situation. Allein entscheiden ist nicht nötig.
  3. Kein Geld übergeben oder überweisen Warten Sie ab, auch wenn der Druck groß ist. Geld, das einmal übergeben wurde, ist fast immer verloren.
  4. Polizei unter 110 anrufen oder Anzeige erstatten Erstatten Sie Anzeige – auch wenn kein Schaden entstanden ist. Das schützt andere und hilft der Strafverfolgung. Online: onlinewache.polizei.de
  5. Bank informieren (bei Überweisungen) Rufen Sie sofort 116 116 an (Sperrnotruf) oder die Nummer auf Ihrer Girocard. Jede Minute zählt.
  6. Familie und Nachbarn warnen Erzählen Sie davon – das kann weitere Betrugsversuche in Ihrer Umgebung verhindern.
KI-Schutz

Das Familienpasswort

KI kann die Stimme Ihrer Kinder oder Enkel täuschend echt imitieren – mit nur wenigen Sekunden Aufnahme aus einem Social-Media-Video. Ein geheimes Codewort macht solche Anrufe sofort entlarvbar: Wer es nicht nennen kann, ist kein Familienmitglied.

1
Codewort wählen

Ein ungewöhnliches Wort, das nichts mit Ihrer Familie zu tun hat – kein Name, kein Geburtstag. Zum Beispiel: „Goldammer" oder „Seestern".

2
Persönlich weitergeben

Teilen Sie das Wort nur persönlich oder per Brief mit. Nie per SMS oder E-Mail – das kann abgefangen werden.

3
Im Notfall abfragen

Wenn jemand anruft und Geld fordert: Nur fragen – „Wie lautet unser Codewort?" Kein Erklären, kein Diskutieren.

4
Regelmäßig erneuern

Ändern Sie das Codewort einmal im Jahr oder wenn Sie vermuten, dass es bekannt geworden ist.

Warum das so wichtig ist: Moderne KI-Werkzeuge können aus kurzen, öffentlich verfügbaren Sprachaufnahmen – etwa aus Social-Media-Videos – stimmliche Kopien erstellen. Das BSI und die Polizei weisen ausdrücklich auf diese Betrugsform hin. Ein vereinbartes Codewort ist ein wirksamer Schutz dagegen.
Downloads

Schutzunterlagen zum Herunterladen

Ausdruckbar, ohne Anmeldung. Für den eigenen Gebrauch und zur Weitergabe an Angehörige.

Für Sie persönlich
Persönliches Schutzpaket
  • 8 Warnsignale mit Erklärung
  • Telefonscript: Was sage ich?
  • Notfallkarte zum Ausschneiden
  • Persönliche Schutz-Checkliste
PDF · 5 Seiten Gratis
↓ Schutzpaket herunterladen
Für die ganze Familie
Familienpaket
  • Codewort-Anleitung für alle
  • So erkläre ich es meinen Eltern
  • Notfallplan bei Betrug
  • Grundlagen digitaler Sicherheit verständlich erklärt
  • Checkliste Familiengespräch
PDF · 6 Seiten Gratis
↓ Familienpaket herunterladen

Tipp: Drucken Sie die Notfallkarte (Seite 4 im Schutzpaket) aus und legen Sie sie neben das Telefon. Das Familienpaket eignet sich als Gesprächsgrundlage beim nächsten Familientreffen.

Opferhilfe

Es ist passiert – was jetzt?

Kein Vorwurf. Kein Versagen. Betrüger gehen professionell vor und nutzen bewusst psychologischen Druck und Überrumpelung. Es ist kein Zeichen von Schwäche, Opfer zu werden. Es ist ein Verbrechen – und die Täter tragen die alleinige Schuld.
  1. Kontakt zu einer Vertrauensperson aufnehmen Informieren Sie sofort ein Familienmitglied oder eine enge Vertrauensperson. Gemeinsam lassen sich die nächsten Schritte ruhiger abwägen.
  2. Bank sofort anrufen – Überweisung stoppen Rufen Sie die Nummer auf Ihrer Girocard an oder wählen Sie 116 116 (Sperrnotruf). Jede Minute zählt.
  3. Polizei: Anzeige erstatten unter 110 oder online Erstatten Sie Anzeige – auch wenn das Geld weg ist. Online möglich unter: onlinewache.polizei.de
  4. Kontoauszüge und Belege sichern Sammeln Sie alle Belege: Überweisungsquittungen, Screenshots, Nachrichten. Diese Unterlagen sind wichtig für die Anzeige und eventuell für Rückbuchungsverfahren.
  5. Kostenlose Opferhilfe: WEISSER RING anrufen Kostenlose, vertrauliche Beratung – emotional und praktisch, rund um die Uhr.
Zur Sprache bringen hilft: Viele Betroffene schweigen aus Scham und erstatten keine Anzeige – das kommt den Tätern zugute. Jede Anzeige, auch ohne Aussicht auf Rückerstattung, hilft der Polizei, Betrugsnetzwerke zu identifizieren und weitere Opfer zu schützen.
Notrufnummern

Wichtige Nummern im Überblick

Speichern Sie diese Nummern in Ihrem Telefon – oder drucken Sie die Liste aus und legen Sie sie neben das Telefon.

Polizei-Notruf
Bei akutem Betrug oder wenn jemand an der Tür steht
110
WEISSER RING
Kostenlose Opferhilfe – vertraulich, rund um die Uhr
116 006
Karten-Sperrnotruf
Giro- und Kreditkarten sofort sperren lassen
116 116
BSI Bürger-Hotline
Kostenlose Beratung zu Cybersicherheit – Mo–Fr
0800 274 1000
Telefonseelsorge
Kostenlos, anonym – rund um die Uhr für Sie da
0800 111 0 111
Checkliste

Persönliche Schutz-Checkliste

Drucken Sie diese Liste aus und legen Sie sie neben das Telefon. Sprechen Sie sie auch mit Angehörigen durch.

  • Ich gebe niemals meine PIN, Kontodaten oder Passwörter am Telefon weiter.
  • Ich übergebe kein Bargeld oder Schmuck an unbekannte Personen.
  • Ich installiere keine unbekannten Programme auf meinem Computer.
  • Ich klicke keine Links in unbekannten SMS oder E-Mails an.
  • Ich nutze einen Anrufbeantworter – unbekannte Nummern rufe ich nicht zurück.
  • Ich bespreche ungewöhnliche Anrufe sofort mit einem Familienmitglied.
  • Polizei (110), Bank und Familie sind in meinem Telefon gespeichert.
  • Ich stehe unter keinem Druck: Ich habe immer Zeit, in Ruhe nachzudenken.
  • Ich habe ein Codewort mit meiner Familie vereinbart.
  • Bei Verdacht: auflegen und sofort Polizei 110 anrufen.
Videoaufklärung

Erklärvideos von Polizei, BSI & Verbraucherzentrale

Offizielle Videos von staatlichen Stellen und Verbraucherschutzorganisationen.

Die Videos werden erst nach Ihrem Klick von YouTube geladen. YouTube speichert dann Daten gemäß deren Datenschutzerklärung.

Enkeltrick & Schockanruf
Polizei NRW

Enkeltrick & Schockanruf erkennen

Polizei NRW erklärt die Maschen und zeigt, wie man sich schützt.

Quelle: Polizei NRW – YouTube

Phishing & Online-Betrug
Verbraucherzentrale

Phishing-E-Mails erkennen

Verbraucherzentrale zeigt, wie gefälschte E-Mails aussehen und was zu tun ist.

Quelle: Verbraucherzentrale – YouTube

Sicher im Internet
BSI – Bund

Sicher online: Tipps für Senioren

Das BSI erklärt, wie man sicher surft, E-Mails prüft und Passwörter schützt.

Quelle: BSI – YouTube
Weiterführende Quellen

Offizielle Stellen & Informationsquellen

Verlässliche Informationen direkt von Polizei, Verbraucherschutz und staatlichen Behörden.

Polizeiliche Kriminalprävention

Offizielle Tipps und aktuelle Betrugsmaschen von der Polizei Deutschland.

polizei-beratung.de ↗
BSI für Bürger

Tipps des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik.

bsi.bund.de/buerger ↗
Verbraucherzentrale

Beratung bei Betrug und unseriösen Angeboten – auch vor Ort in Ihrer Nähe.

verbraucherzentrale.de ↗
Watchlist Internet

Aktuelle Warnungen vor Phishing-Seiten, Fake-Shops und betrügerischen E-Mails.

watchlist-internet.at ↗