1. Der Vertrauensaufbau
Die Person meldet sich über ein Dating-Portal oder soziale Netzwerke. Sie wirkt gebildet, attraktiv und sehr zugewandt. Über Wochen entsteht durch tägliche Nachrichten echte emotionale Nähe – das ist Teil des Plans.
Eine nette Bekanntschaft über ein Dating-Portal oder Facebook. Wochenlang täglich liebevolle Nachrichten, echte Nähe, große Pläne. Und dann plötzlich ein Notfall – und die Bitte um Geld. Romance Scam trifft warmherzige, vertrauensvolle Menschen. Genau das macht ihn so schmerzhaft. Eines vorweg: Wer darauf hereinfällt, hat nichts falsch gemacht. Die Täter sind geschulte Profis.
Zuletzt aktualisiert: Juni 2026 · Quellen: Polizei, BSI, Verbraucherzentrale
Die Person meldet sich über ein Dating-Portal oder soziale Netzwerke. Sie wirkt gebildet, attraktiv und sehr zugewandt. Über Wochen entsteht durch tägliche Nachrichten echte emotionale Nähe – das ist Teil des Plans.
Oft arbeitet die Person angeblich im Ausland: als Arzt, Ingenieur auf einer Bohrinsel oder Soldat im Einsatz. Ein persönliches Treffen ist deshalb „leider nicht möglich“. Auch Videoanrufe werden immer wieder abgesagt oder brechen ab.
Dann kommt die Geldbitte: eine Operation, festgehaltenes Gepäck beim Zoll, ein Flugticket für das lang ersehnte Treffen. Wer einmal zahlt, wird wieder gebeten – mit immer neuen Notlagen.
Ich überweise kein Geld an Menschen, die ich nie persönlich getroffen habe.
Dieser Satz darf hart klingen. Ein ehrlicher Mensch versteht ihn – ein Betrüger macht Druck.
Dann soll der Zoll das mit dir klären. Ich zahle nichts.
Zoll-Geschichten sind ein Klassiker des Romance Scam. Es gibt weder Gepäck noch Wertsachen.
Wenn du mich treffen willst, lass uns vorher in Ruhe per Video sprechen.
Wer monatelang jeden Videoanruf vermeidet, hat etwas zu verbergen. Das Ticket-Geld wäre verloren.
Überweisen Sie nichts, kaufen Sie keine Gutscheinkarten und versenden Sie keine Wertsachen. Auch nicht „nur dieses eine Mal“.
Prüfen Sie die Profilfotos mit einer Rückwärts-Bildersuche (zum Beispiel images.google.com): Tauchen die Bilder unter anderem Namen auf, sind sie gestohlen. Angehörige helfen gern dabei.
Erzählen Sie einem Menschen, dem Sie vertrauen, von der Bekanntschaft. Ein Blick von außen erkennt Muster, die man verliebt nicht sieht. Das ist keine Schwäche, sondern klug.
Beenden Sie den Kontakt und blockieren Sie die Person. Löschen Sie nichts: Speichern Sie Nachrichten, Fotos und Überweisungsbelege für die Polizei.
Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei und informieren Sie bei Zahlungen Ihre Bank. Der WEISSE RING unterstützt Betroffene kostenlos unter 116 006 – auch beim Umgang mit Scham und Trauer.
Kein Grund zur Scham: Romance Scammer arbeiten in Teams, oft mit fertigen Drehbüchern für jede Phase der „Beziehung“. Sie investieren Wochen und Monate, weil sich das für sie lohnt. Die Gefühle der Betroffenen waren echt – das ist nichts, wofür man sich schämen muss. Hilfe anzunehmen ist der stärkste Schritt.
Typisch sind: schnelle, intensive Liebeserklärungen, eine Lebensgeschichte im Ausland (Arzt, Ingenieur, Soldat), ständige Ausreden gegen Treffen und Videoanrufe – und irgendwann eine Geldbitte wegen eines Notfalls. Wer Sie wirklich liebt, verlangt kein Geld.
Machen Sie eine Rückwärts-Bildersuche, zum Beispiel über images.google.com oder tineye.com: Foto hochladen und prüfen, wo es sonst im Internet auftaucht. Betrüger benutzen gestohlene Fotos fremder Personen. Angehörige können dabei helfen.
Sie tragen keine Schuld – diese Täter sind geschulte Profis, die gezielt Gefühle aufbauen. Brechen Sie den Kontakt ab, informieren Sie Ihre Bank, erstatten Sie Anzeige bei der Polizei und holen Sie sich Unterstützung beim WEISSEN RING unter 116 006.